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Foto Heidelberg: Thaddäus Zech
 
       

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Weltanschauungen

Eine Weltanschauung beschreibt, wie die Welt zu verstehen ist. Eine Weltanschauung beinhaltet die Summe aller Annahmen und Werte - sowie aller struktur- und inhaltsbezogenen Interpretationen unserer Welt. Dazu gehören Vorstellungen von Zeit und Raum, von Tod und Leben, vom Selbst und seiner Beziehung zur natürlichen und sozialen Umgebung, vom Ursprung des Universums und der Entwicklung des Lebens, wie auch vom Platz unserer Welt im Kosmos.

Keine objektive Wahrheit

Alle oben genannten Kategorien repräsentieren grundlegende sozio-kulturelle Annahmen über unsere Welt. Als solche erzeugen sie in Gesellschaft und Kultur einen Verbund aus Überzeugungen, Werten und Haltungen (zum Beispiel zu Rolle, Funktion und Verantwortung des Individuums).

Doch was wir wahrnehmen und beobachten und durch unsere fünf Sinne erfahren, ist keine objektive Wiedergabe der Wahrheit. Sondern ein hoch komplexer Prozess, in dem Einzelteile zusammengeführt und durch Wahrscheinlichkeitsberechnungen ergänzt werden. Wobei das, was wir als jeweils wahrscheinlich annehmen, sowohl von unseren Erfahrungen abhängt, die wir im Leben machen und gemacht haben, als auch von unserer sozialen und kulturellen Sozialisation. Aus dieser Perspektive sind beispielsweise die im Westen so geschätzten Werte Rationalität und Objektivität keine meta-kulturellen Wahrheiten, sondern lediglich sozial konstruierte und in der Gesellschaft tradierte Annahmen über die Realität.

In diesem Sinne werden unser Bewusstsein und unsere Wahrnehmung massiv beeinflusst von unserer persönlichen Weltanschauung.

Die Weltanschauung als Orientierung

Weltanschauungen geben uns Orientierung, vermitteln Bedeutung und schaffen Ordnung. Als Menschen scheinen wir auf ein solches Bezugssystem angewiesen zu sein, egal ob dieses auf christlichen, buddhistischen, atheistischen, kapitalistischen oder anderen Fundamenten gründet. Erst ein solches System ermöglicht es uns zu beurteilen, was gut und wertvoll ist – oder falsch und unethisch.

Weltanschauungen liefern also den Hintergrund vor dem sich der Kosmos als bedeutungsvolles Ganzes erhebt und in welchem wir als Individuen unseren Platz finden. Diese Dynamik kann unterschiedlich bewertet werden. Während der Philosoph Dilthey unsere jeweils individuelle Weltsicht mit unserem Herzblut und innersten Wesen verbunden sieht, identifiziert Foucault die Weltanschauung als eine internalisierte Kontrollinstanz, die vor allem darauf zielt, unser individuelles Freiheitsbedürfnis zu begrenzen. In diesem Spannungsfeld zwischen „Herzblut“ und „internalisierter Kontrollinstanz“ bewegt sich die Arbeit des Instituts. Wir beschäftigen uns mit Bewusstseinsprozessen, die mit unserer sozio-kulturellen Konditionierung zusammenhängen und diese zugleich bedingen.

 

Foto Aborigine:
Landmark Media / interTOPICS