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Foto Heidelberg: Thaddäus Zech
 
       

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Kosmopolitismus

Der Kosmopolitismus wurzelt in der Tradition des antiken Griechenland, geht von der Gleichwertigkeit aller Menschen aus und vertritt das humanistische Ideal von Offenheit, Gerechtigkeit und ethischer Verantwortung. Die Anfänge des Kosmopolitismus lassen sich bis zu Diogenes dem Kyniker (400-323 v. Chr.) zurückverfolgen: „Ich bin ein Bürger der Welt“, soll dieser auf die Frage nach seinem Geburtsort geantwortet haben.

Eine gerechte und humane Gesellschaft

Es waren die griechischen und (später) römischen Stoiker, die den Kosmopolitismus zu einem universalen ethischen Prinzip weiterentwickelten, das auf persönlichen und sozialen Wandel zielte. Ihre Vision war es, auf dem Boden von Vernunft und Moral, als den verbindenden Prinzipien des Menschseins, eine gerechte und humane Gesellschaft zu erschaffen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Stoischen Kosmopolitismus bezieht sich auf die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Kosmos. Die Stoiker sahen die menschliche Natur untrennbar verbunden mit dem Universum.“In Einklang mit der Natur“ zu leben galt als eine zentrale Maxime. Dies kann als eine Ausweitung des individuellen ethischen Imperativs auf den physischen Kosmos als Ganzes angesehen werden.

KImmanuel Kant und der Kosmopolitismus

War es nach der Ära der Stoiker relativ ruhig geworden um den Kosmopolitismus, so gewann er erneut an Bedeutung als politisch-moralische Theorie im Zeitalter der Aufklärung - speziell durch die Schriften von Immanuel Kant. Allerdings stand jetzt weniger der individuelle moralische Kosmopolitismus der Stoiker im Mittelpunkt als vielmehr die Auseinandersetzung mit politischen-ethischen Prozessen auf der Ebene von Institution und Staatsform. Kant glaubte nicht daran, dass der Mensch fähig sei, sich selbst im positiven Sinn zu verändern. So betrachtete er etwa den Menschen als von Grund auf aggressiv und von (kritischen) Leidenschaften getrieben – und setzte deshalb seine Hoffnungen auf einen in Staaten und Einrichtungen institutionalisierten Kosmopolitismus, der als solcher den Menschen zähmen und leiten sollte.

Der Kosmopolitismus im 20sten Jahrhundert

Kants Einfluss reicht bis ins 20ste Jahrhundert. Die sich ausdehnende Globalisierung erzeugte in der Moderne eine kosmopolitische Verbundenheit – in positiver wie in negativer Hinsicht. Entsprechend groß war das das Interesse an einer globalen kosmopolitischen Theorie, die sich mit dem Aufbau einer Zivilgesellschaft beschäftigte. Spuren dieser kosmopolitischen Bewegung finden wir in Institutionen und rechtlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel den Vereinten Nationen, dem Internationalen Gerichtshof von Den Haag oder der Allgemeinen Menschenrechtserklärung.

Das Cosmopolitan Institute Heidelberg beschäftigt sich vor allem mit dem klassischen Kosmopolitismus der Stoiker, welcher das ethische Vermögen der menschlichen Natur betont. Dieses ethisch orientierte Weltbürgertum hängt von der geistigen Innenwelt des Individuums ab. Insofern ist der Kosmopolitismus untrennbar verbunden mit einer bewusst gestalteten Selbstreflexion.

Wir konzentrieren unsere Arbeit auf zwei Hauptaspekte:

Zum einen widmen wir uns aufklärerisch orientierten Strukturen und Organisationen (z.B. Schule und Universität), die dazu beitragen, unser jeweils individuelles Bewusstsein zu entwickeln und zu erzeugen. Auf dieser Ebene spielt die Selbstbeobachtung mentaler Prozesse ein wesentliche Rolle – entlang des sokratischen „Erkenne dich selbst“.

Zweitens beschäftigen wir uns mit sozio-kulturellen Bewegungen (wie z.B. der Achtsamkeitsbewegung), die danach streben eine gerechte, bewusste und ethische Gesellschaft zu gestalten, wie sie der Kosmopolitismus vorschlägt.

 

 

Foto Aborigine:
Landmark Media / interTOPICS